Das Jahr 1950

1950

7. Januar

Am Institut für Körpererziehung der Humboldt-Universität zu Berlin konstituiert sich eine Arbeitsgemeinschaft „Körperliche Erziehung im wissenschaftlichen Nachwuchs für Absolventen", die vom Ministerium für Volksbildung in die Aspirantur berufen sind.

 

14./15. Januar

Die Delegierten sämtlicher FDJ-Gruppen an allen Universitäten und Hochschulen der DDR führen in Berlin eine Konferenz zur Vorbereitung der Studentenwahlen durch. Die Konferenz der Hochschulgruppen der FDJ beschließt unter der Losung „Die Wissenschaft meistern – Deutschland erbauen – für den Frieden kämpfen” das II.Hochschulprogramm der FDJ.

 

17. Januar

Das Politbüro des Parteivorstandes der SED beschließt in Berlin Maßnahmen zur Erziehung und Förderung der Jugend in der DDR. Der Beschluss steht unter dem Motto “Freie Bahn unserer Jugend”. Er orientiert darauf, die Heranwachsenden verantwortlich an die Lösung staatlicher, wirtschaftlicher und kultureller Aufgaben zu beteiligen. Das Politbüro fordert u. a. eine Verbesserung der Schulbildung für Kinder und Jugendliche, größere Unterstützung des Verbandes der Jungen Pioniere und die Erweiterung von Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung Jugendlicher.

 

19. Januar

Die Regierung der DDR erlässt mit Wirkung vom 1. Januar 1950 eine Verordnung über die Regelung des Stipendienwesens an den Hoch- und Fachschulen (GBl. Nr. 4 S. 17). Sie ersetzt die entsprechenden Regelungen der Verordnung vom 31. März 1949. Unterschieden werden zwei Berechtigungsgruppen. Der ersten gehören u. a. an Arbeiter, Bauern oder deren Kinder sowie Kinder von Personen, die hohe Auszeichnungen der DDR erhalten haben. Die Höhe des Stipendiums ist abhängig vom Einkommen der Eltern. Der zweiten Gruppe sind die übrigen Studierenden zugeordnet, ihnen können Semesterbeiträge gewährt werden. Gleichzeitig besteht für die Bezieher von Stipendien ein Gebührenerlass.

 

26. Januar

Die Verordnung zur Verbesserung der Ausbildung qualifizierter Industriearbeiter in den Berufsschulen und Betriebsberufsschulen (GBl. Nr. 9 S. 58) wird erlassen. Als Aufgaben wurden darin u. a. die Einrichtung einer Abteilung Berufsausbildung beim Ministerium für Volksbildung, die Bildung Pädagogischer Räte an den Berufs- und Betriebsberufsschulen, die Erneuerung aller Lehrpläne und -bücher sowie Lehrmittel und die Sicherung der personellen Ausstattung der Berufsschulen formuliert.

 

Januar

Die erste Ausgabe der Zeitschrift „Der Pionierleiter" wird vom ZR der FDJ herausgegeben.

 

2. Februar

Die Regierung der DDR erlässt eine Verordnung über die Sozialpflichtversicherung der Studenten, Hoch- und Fachschüler (GBl. Nr. 11 S. 71). Der Beitrag beträgt 6,00 DM monatlich. Für Vollstipendiaten ist die Versicherung beitragsfrei.

 

3. Februar

Der Nationalrat der konstituiert sich in Berlin als repräsentatives Zentralorgan der Nationalen Front der DDR.

 

6. Februar

Die Ministerien für Gesundheit und Volksbildung der DDR erlassen auf der Grundlage der Berufsausbildungsverordnung (aus 1947) eine Prüfungsordnung für Zwischen- und Lehrabschlussprüfungen (GBl. Nr. 12 S. 77) im Rahmen der Berufsausbildung.

 

8. Februar

Die Provisorische Volkskammer berät und beschließt auf ihrer 10. Tagung u. a. das Gesetz über die Teilnahme der Jugend am Aufbau der DDR und über die Förderung der Jugend in Schule und Beruf, bei Sport und Erholung - Jugendförderungsgesetz (GBl. Nr. 15 S. 95). Das Gesetz verpflichtet alle Staats- und Wirtschaftsorgane, die Jugend stärker zum Aufbau heranzuziehen, die Jungaktivistenbewegung zu fördern und die besten Vertreter der Jugend mit verantwortlichen Aufgaben in Staat und Wirtschaft zu betrauen. Es sieht eine Vielzahl von Maßnahmen zur Verbesserung der Berufsausbildung, der kulturellen Betreuung und Förderung des Sports, des Wanderns und der Erholung vor (1. Jugendgesetz). Die FDJ wird in dem Gesetz als Sachwalter der Jugend und ihrer Förderung in Schule und Beruf, bei Sport und Erholung angesehen.

 

8./9. Februar

Eine große Mehrheit der Studenten bekennt sich in den Studentenratswahlen an den Universitäten und Hochschulen der DDR bei einer hohen Wahlbeteiligung zu dem Programm der von der FDJ geführten Liste der Nationalen Front.

 

16. bis 20. Februar

Die ersten Prüfungen für das Abzeichen „Für gutes Wissen" werden von FDJ-Funktionären abgelegt.

 

27. Februar

Das Ministerium für Volksbildung legt in der Verordnung über die Abschlussprüfungen an Oberschulen (Reifeprüfungsordnung) (MBl. Nr. 19 S. 97) den Inhalt und Umfang der Reifeprüfung sowie die Bewertungskriterien fest.

Die Sowjetische Kontrollkommission überträgt dem Ministerium des Innern der DDR die Registrierung von Organisationen und die Lizenzierung von Druckerzeugnissen.

 

1. März

Alle Landesverbände der FDJ werden aufgerufen, in Vorbereitung des Deutschlandtreffens um die vom WBDJ gestiftete Fahne zu kämpfen. Im Mittelpunkt des Wettbewerbs stehen die verstärkte politisch-ideologische Arbeit, die Steigerung der Produktion, die Festigung der Organisation und die Gewinnung neuer Mitglieder.

Eine statistische Sondererhebung zum Sportunterricht in den Schulen der DDR zeigt weitverbreitete Mängel in materieller Hinsicht (Sportstätten, Sportmaterial, Sportbekleidung) und bei der Durchführung des Unterrichts (Sportlehrermangel, Nichterfüllung der Stunden- und Lehrplänen, fehlende Fachqualifikation). Die Volksbildungsorgane treffen Maßnahmen zur Verbesserung des Sportunterrichts. Die sofortige Ausbildung von Schwimmfachlehrern wird veranlasst.

 

2. März

Mit der 7. Durchführungsverordnung zur Verordnung über die Erhaltung und Entwicklung der deutschen Wissenschaft und Kultur (GBl. Nr. 23 S. 155) wird das Statut des „Deutschen Pädagogischen Zentralinstituts“ und seiner Zweigstellen durch die Regierung der DDR bekannt gegeben.

 

10. März

Das Ministerium für Industrie regelt in einer Anordnung die Prämierung der besten Betriebsberufschüler (GBl. Nr. 25 S. 178) Auf dieser Grundlage erhielt der Beste aus jeder Klasse eine Prämie von 50 DM.

 

16. März

Die Regierung der DDR erlässt die Verordnung zur Entwicklung einer fortschrittlichen demokratischen Kultur des deutschen Volkes und zur weiteren Verbesserung der Versorgung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Intelligenz (GBl. Nr. 28 S. 185).

 

22. März

Die Provisorische Volkskammer beschließt auf ihrer 13. Sitzung das Gesetz über die Verleihung von Ehrenbezeichnungen an Verdiente Lehrer und Ärzte des Volkes (GBl. Nr. 44 S. 331) und führt damit die 1949 begonnene Tradition fort.

 

23. März

Mit der Verordnung zur Neuordnung des Fachschulwesens (GBl. Nr. 33 S. 215) werden die Fachschulen den fachlich zuständigen Ministerien zugeordnet. Das Ministerium für Volksbildung behält lediglich eine Aufsicht über die Lehrpläne.

 

24. März

Die “Deutsche Akademie der Künste” (ab 1955 mit dem Nachsatz „zu Berlin“) wird gegründet. Zum Präsidenten wird Heinrich Mann berufen, der aber am 24. März verstirbt, bevor er aus dem amerikanischen Exil zurückkehren kann. Das Amt übernimmt noch am 24. März Arnold Zweig.

 

29. März

Das Ministerium für Volksbildung erlässt eine Richtlinie für die Zulassung zu den Arbeiter-und-Bauern-Fakultäten an den Universitäten und Hochschulen der DDR. Danach können Arbeiter und Bauern, Opfer des Faschismus und deren Kinder im Alter von 18 bis 35 Jahren, die die Grundschule erfolgreich absolviert haben an die ABF aufgenommen werden.

 

30. März

Entsprechend der Anordnung zur Durchführung der Schulspeisung (GBl. Nr. 65 S. 489) erfolgt ab 15. April die Ausgabe einer warmen Mahlzeit (Schulspeisung) in allen Grund-, Ober-, Fach- und Berufsschulen, in Kindergärten und Kindertageskrippen. Die Kosten betragen i. d. R. 30 Pf. je Kind.

In einer Verordnung des Ministeriums für Volksbildung wird festgelegt, dass der Turnunterricht ab 10. April und der Schwimmunterricht ab 15. Mai an allen Schulen aufzunehmen ist.

 

31. März

Der Leiter der Abteilung Agitation im Zentralkomitee der SED veröffentlicht in der Zeitung “Neues Deutschland” einen Beitrag zur prinzipiellen Orientierung für künftige Schulentlassungsfeiern. Vereinzelt stattfindende Jugendweihefeiern nach dem Vorbild von vor 1933 finden danach nicht mehr statt.

Das Deutsche Zentralinstitut für Berufsbildung wird gegründet (MBl. Nr. 7 S. 29)

 

15. April

Ab sofort wird täglich eine warme Mahlzeit an den Schulen ausgegeben.

 

19. April

Die Volkskammer beschließt auf ihrer 14. Sitzung das Gesetz der Arbeit (GBl. Nr. 46 S. 349). Es begründet das sozialistische Arbeitsrecht. Es werden u. a. die Rechte und Pflichten der Werktätigen, die Vorschriften über Arbeits- und Kündigungsschutz, die Berufsausbildung, materielle und kulturelle Verbesserungen u. v. m. zusammengefasst. Die Arbeitszeit beträgt demnach acht Stunden pro Tag und 48 Stunden die Woche. Der Grundurlaub wird zwölf Arbeitstage festgelegt.

 

21. April

Der 8. Mai (Tag der Befreiung) und der 7. Oktober (Tag der Republik) werden zu Feiertagen erklärt (GBl. Nr. 46 S. 355).

 

26. April

Die Volksbildungsminister der fünf Länder der DDR beschließen Maßnahmen gegen die reaktionäre Einstellung eines Teils der Oberschüler und Lehrerschaft. Lehrer an Gymnasien sollen künftig streng überprüft werden und sich schriftlich verpflichten, ihren Unterricht auf die Ziele der Nationalen Front abzustimmen.

 

27. April

Mit der Anordnung des Ministeriums für Volksbildung über die unentgeltliche Lieferung von Lernmitteln im Jahr 1950 (GBl. Nr. 63 S. 473) werden die geplanten Mittel auf die einzelnen Länder aufgegliedert.

 

28. April

Der Minister für Volksbildung erlässt eine Anweisung über die Einführung von Belobigungsurkunden, Diplomen und Medaillen zur Verbesserung der Schulbildung der deutschen Jugend (MBl. Nr. 19 S. 107). Die Verleihung der Auszeichnungen soll auf den entsprechenden Zeugnissen vermerkt und insbesondere bei der Bewerbung für ein Studium berücksichtigt werden.

 

1. Mai

Das Gesetz der Arbeit vom 19. April 1950 tritt in Kraft.

 

10. Mai

Der Minister für Volksbildung erlässt eine Verordnung über Unterhaltsbeihilfen für Oberschüler (GBl. Nr. 63 S. 475). Sie gilt für Schüler der Oberschulen und der Berufsvollschulen. Die Regelungen lehnten sich an die für Stipendien an. Voraussetzungen sind insbesondere gute fachliche Leistungen und die soziale Bedürftigkeit. Insbesondere sollen Arbeiter- und Bauernkinder sowie Kinder ausgezeichneter Bürger gefördert werden. Die Unterhaltsbeihilfen betragen zwischen 25 und 60 DM im Monat.

 

17. Mai

Auf ihrer 16. Sitzung beschließt die Provisorische Volkskammer auf Antrag der FDJ und des FDGB das Gesetz über die Herabsetzung des Volljährigkeitsalters, das die Volljährigkeit statt wie bisher mit 21 Jahren mit Vollendung des 18. Lebensjahres festlegt (GBl. Nr. 57 S. 437).

 

22. Mai

Der Minister für Volksbildung erlässt eine erste Durchführungsbestimmung zum Gesetz über die Verleihung von Ehrenbezeichnungen an verdiente Lehrer (GBl. Nr. 62 S. 467). Hierin wird das Verfahren für die Auswahl der Kandidaten u. a. die Bildung eines zwanzigköpfigen Ausschusses geregelt.

 

25. Mai

Der Pionierpark „Ernst Thälmann“ in der Berliner Wuhlheide wird dem Verband Junger Pioniere übergeben. Zeitgleich erfolgte die Übergabe des „Hauses der Kinder" in Berlin an den Zentralrat der FDJ durch die Regierung der DDR als „Zentralhaus der Jungen Pioniere".

Der Ministerrat erlässt eine Anordnung zur Durchführung des Gesetzes über die Teilnahme der Jugend am Aufbau der Deutschen Demokratischen Republik und die Förderung der Jugend in Schule und Beruf, bei Sport und Erholung (GBl. Nr. 59 S. 445). Sie legt die Ausgaben für die einzelnen Ministerien und Bereiche fest.

 

27. bis 30. Mai

Das von der FDJ zu Pfingsten organisierte I.Deutschlandtreffen der Jugend mit 462.000 Teilnehmern, findet in Berlin statt. Es steht unter dem Motto für Frieden und Völkerfreundschaft.

 

1. Juni

Entsprechend dem Beschluss der Exekutive des WBDJ (17. bis 21. Januar 1950) wird dieser Tag erstmals als „Internationaler Kindertag“ begangen. Dies wurde in der DDR in den nächsten Jahren stets weiter ausgeprägt und bis zu ihrem Ende weiterbegangen. Aus Anlass des Internationalen Kindertages verleiht der Zentralrat der FDJ erstmals an Junge Pioniere das Abzeichen „Für gute Arbeit in der Schule".

Die erste Kindereisenbahn der DDR wird in Dresden eröffnet, ab 1. Mai 1951 fährt sie als „Pioniereisenbahn“.

 

8. Juni

Die Regierung der DDR erlässt eine Verordnung zur Berechnung von Planstellen für den Lehrerbedarf an Grund-, Ober- und Berufsschulen (GBl. Nr. 65 S. 488). Danach werden die Höchstfrequenzen für die einzelnen Schultypen neu festgesetzt (Grundschule 35-40 Schüler, Oberschulen 20-25 Schüler, Berufsschulen 65 Schüler).

 

15. Juni

Der Zentralrat der FDJ beschließt das Friedensaufgebot der deutschen Jugend. Er orientiert in dem Aufruf an seine Mitglieder in acht Punkten auf die nächsten Aufgaben, insbesondere auf einen verstärkten Friedenskampf und auf den Sieg der Liste der Nationalen Front in den Volkswahlen, wobei die FDJ-Einheiten in einen Wettbewerb miteinander treten sollen.

Mit der Verordnung über die Einrichtung des Fernstudiums für Werktätige (GBl. Nr. 66 S. 495) wird dies an der Deutschen Verwaltungsakademie in Forst Zinna, der TH Dresden und der Bergakademie Freiberg eingeführt.

 

24. Juni

Die Ministerien für Industrie und Volksbildung erlassen gemeinsam eine Anweisung zur Verbesserung der Ausbildung qualifizierter Industriearbeiter in Berufsschulen und Betriebsberufsschulen (MBl. Nr. 16 S. 83). In ihr werden die Genehmigung zur Errichtung entsprechender Schulen sowie die Einstellung der Lehrkräfte und Leiter geregelt.

 

26. Juni

Entsprechend der Anordnung des Ministeriums für Industrie sollen die Lehrkräfte von Berufsschulen und Betriebsberufsschulen in volkseigenen Betrieben (MBl. Nr. 14 S. 80) Arbeitseinsätze in Höhe von100 Stunden leisten. Ziel ist ein verbesserter Praxisbezug der Ausbildung. Für diese Arbeit sollte eine Entschädigung nach dem Leistungsprinzip gezahlt werden.

 

29. Juni

Auf der Grundlage der Verordnung zur Verbesserung der Berufsausbildung in der Landwirtschaft (GBl. Nr. 73 S. 615) wird beim für Landwirtschaft zuständigen Ministerium ein Referat Berufsausbildung eingerichtet.

 

Juni

An der Deutschen Sportschule in Leipzig beginnt ein Vorsemester für künftige Studenten der Hochschule für Körperkultur.

 

4. Juli

Die Verordnung über die Unterrichtsstunde als Grundform der Schularbeit, die Vorbereitung, Organisation und Durchführung der Unterrichtsstunde und die Kontrolle und Beurteilung der Kenntnisse der Schüler wird erlassen. Danach arbeitet der Lehrer mit einer bestimmten Altersgruppe von Schülern, die eine festgefügte Einheit (Klasse) darstellen. Für jede Unterrichtsstunde wird die Dauer von 45 Minuten festgesetzt.

 

6. Juli

Die FDJ wird in den Demokratischen Block der Parteien und Massenorganisationen aufgenommen.

Das Ministerium für Volksbildung erlässt Richtlinien für die Verleihung von Sonderstipendien (MBl. Nr. 18 S. 95). Die Höhe der Stipendien beträgt 300 DM.

 

9. Juli

In Mecklenburg findet erstmals ein „Sporttag der Landjugend“ statt.

 

10. Juli

Mit der 1. Durchführungsbestimmung des Ministeriums des Inneren zur Verordnung über die Neuordnung des Fachschulwesens werden die Struktur und Arbeitsweise der Fachschulen sowie der Leitung der Fachschulbildung präzisiert (GBl. Nr. 79 S. 672).

 

13. Juli

Das Studienjahr der FDJ wird ins Leben gerufen. Es beginnt erstmalig am 9. Januar 1951.

 

20. bis 24. Juli

Der III. Parteitag der SED berät in Berlin. Die SED charakterisiert sich, als Partei der deutschen Arbeiterklasse und als ihr bewusster und organisierter Vortrupp, der vom Marxismus-Leninismus geleitet wird. Beschlossen werden ein einheitliches Parteilehrjahr und die Überprüfung aller Parteimitglieder.

Die SED setzt sich dafür ein, die Anzahl der allgemeinbildenden und Berufsschulen zu erhöhen sowie den demokratischen Inhalt der Bildungs- und Erziehungsarbeit zu vertiefen. Besondere Aufmerksamkeit soll auf die Berufsausbildung, Weiterbildung und Qualifizierung der Werktätigen, vor allem des Facharbeiternachwuchses gerichtet werden. Es wird die Forderung nach der Errichtung von “Zehnklassenschulen” aufgestellt. Der Parteitag beschließt u. a. in den Klassen 5 bis 8 der Grundschulen das Unterrichtsfach “Gegen-wartskunde” zu unterrichten.

Erstmalig marschiert eine Pionierdelegation in ihrer Pionierkleidung mit Fahnen zur Begrüßung der Parteitagsdelegierten ein. Dieses Ritual wurde bei den kommenden Parteitagen stets weiter vervollkommnet und bis zum letzten Parteitag der SED beibehalten.

 

26. Juli

Das Sekretariat des Zentralrates der FDJ fasst in Realisierung des Jugendgesetzes den Beschluss in den Grundeinheiten des Jugendverbandes wehrsportliche Interessengemeinschaften zu bilden. Es werden Gemeinschaften für folgende Sportarten gebildet: Segelflug, Flugmodellsport, Motorsport, Motorwassersport, Rudern, Reiten und Fechten.

 

27. Juli

Die Regierung der DDR erlässt eine Verordnung zur Förderung der Aktivisten- und Wettbewerbsbewegung (GBl. Nr. 84 S. 719) die Geldprämien für besondere Arbeitsleistungen vorsieht. Sie enthält die Bestimmungen über die Verleihung der Titel „Held der Arbeit“, „Verdienter Aktivist“, „Verdienter Erfinder“, „Brigade der besten Qualität“ und die Verleihung von Wanderfahnen für Siegerbetriebe im Wettbewerb.

 

28. Juli

Das Ministerium für Volksbildung erlässt im Einvernehmen mit den fachlich und organisatorisch zuständigen Ministerien eine Anordnung über die Sicherung der materiellen Voraussetzungen zur Vorbereitung des Unterrichts und der Erziehung (GBl. Nr. 84 S. 720). Es geht dabei u. a. um die Verbesserung des Landschulwesens, der Wohnraumversorgung der Lehrer und Erzieher sowie die Verwendung der einzelnen Mittel entsprechend den Haushaltsplänen.

 

Juli

Die erste Ausgabe der Zeitschrift "Der Pionierleiter" wird vom Zentralrat der FDJ herausgegeben.

 

7. August

Der Präsident der DDR verkündet einen Aufruf zum neuen Schuljahr unter dem Motto "Wir lehren und lernen für den Frieden".

 

15. August

Das Ministerium für Volksbildung erlässt eine Durchführungsbestimmung zur Bildung Pädagogischer Beiräte in Berufsschulen und Betriebsberufsschulen (MBl. Nr. 22 S. 143). Sie sollen dem Austausch zwischen den Lehrkräften und Lehrmeistern dienen. An den Einrichtungen wird in diesem Zusammenhang ein stellvertretenden Schulleiters eingeführt.

 

17. August

Auf der Grundlage der Durchführungsbestimmung zur Verordnung zur Entwicklung einer fortschrittlichen demokratischen Kultur des deutschen Volkes und zur weiteren Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Intelligenz wird durch das Ministerium für Volksbildung ein Zentralinstitutes für Film und Bild in Unterricht, Erziehung und Wissenschaft (MBl. Nr. 24 S. 149) eingerichtet.

 

25. August

Die 2. Durchführungsbestimmung zur Verordnung über die Neuordnung des Fachschul-wesens (GBl. Nr. 102 S. 948) legt die Gliederung der Fachschulen in Unter-, Mittel- und Oberstufe fest und regelt Leitungsfragen der Fachschulbildung. Voraussetzung für den Besuch einer Fachschule ist eine erfolgreiche Lehrabschlussprüfung. Die Dauer eines Fachschulstudiums wird auf sechs Semester festgesetzt. Der Abschluss der Fachschule wird dem Oberschulabschluss gleichgestellt.

 

30. August bis 3. September

Auf seinem 3. Kongress bekennt sich der FDGB zur führenden Rolle der SED, zum Marxismus-Leninismus, zur Freundschaft mit der Sowjetunion, zum Sozialismus und zur Planerfüllung als die gesellschaftspolitischen Leitziele. Er beschließt unter anderem auch das "Arbeitsprogramm des FDGB zur Entfaltung der kulturellen Massenarbeit".

 

1. September

Der Zentralrat der FDJ verkündet den Pionierauftrag „Für Frieden und Völkerfreundschaft - seid bereit!" für das Schuljahr 1950/51. Den Pionieren wird die Aufgabe gestellt, durch hohe Leistungen beim Lernen und gute Taten beim sozialistischen Aufbau sowie durch feste Freundschaft mit allen friedliebenden Völkern ihre Verbundenheit mit dem Arbeiter-und-Bauern-Staat zu beweisen.

 

2./3. September

Das „Dorf der Jugend" Adelsdorf wird im Kreis Großenhain eingeweiht. Es legt Zeugnis, vom Aufbauwillen der Jugend ab. In dem Dorf, das in den letzten Apriltagen 1945 von SS-Einheiten sinnlos zerstört worden war, bauten die FDJler in vier Jahren und sieben Monaten 32 Wohnhäuser, 34 Stallungen und 39 Scheunen auf.

 

14. September

Die Jugendhochschule am Bogensee erhält den Namen des ersten Präsidenten der DDR „Wilhelm Pieck“.

 

20. September

Mit einer Verordnung definiert die Regierung der DDR die Gruppe der Stipendienberechtigten neu. Stipendien werden nunmehr gezahlt an Arbeiter, Bauern, Angehörige der Intelligenz oder deren Kinder, des Weiteren an sonstige Studierende mit besonderen fachlichen Leistungen.

 

27. September

Die Provisorische Volkskammer der DDR beschließt auf ihrer 21. Sitzung das Gesetz über Mutter- und Kinderschutz und Rechte der Frau (GBl. Nr. 111 S. 1037). Es geht von der Gleichberechtigung der Frau in Beruf, Gesellschaft, Ehe und Familie aus. Beide Ehegatten entscheiden gleichberechtigt in allen Familien- und Kinderangelegenheiten.

 

1. Oktober

Die Deutschen Hochschule für Musik in Berlin (ab 1964 Hochschule für Musik „Hanns Eisler" Berlin) wird eröffnet.

 

4. Oktober

Der Minister für Planung eröffnet eine “Hochschule für Planökonomie” in Berlin-Karlshorst.

 

5. Oktober

Die Verordnung über die Ausbildung der Kandidaten der wissenschaftlichen Lehre und Forschung (GBl. Nr. 114 S. 1055) soll der Sicherung des Bestandes an Hochschullehrern dienen. Die Ausbildungszeit betrug drei Jahre und es bestand die Pflicht zur Promotion. Die Kandidaten erhalten ein Stipendium in Höhe von 400 DM. Die Verordnung wurde schon am 15. November 1951 durch eine neue Verordnung über die wissenschaftliche Aspirantur abgelöst.

 

15. Oktober

Die erste Wahlen zur Volkskammer der DDR finden statt. Die Kandidaten sind in Einheitslisten der Nationalen Front zusammengefasst..

 

22. Oktober

In Leipzig wird in einem feierlichen Akt die Deutsche Hochschule für Körperkultur (DHfK) gegründet.

 

1. November

Die SED beginnt mit ihrem ersten Parteilehrjahr. Es diente der politisch-ideologischen Schulung der Mitglieder und wurde monatlich durchgeführt.

 

16. November

Das Theater der Freundschaft in Berlin wird eröffnet.

 

20. November

Der VdgB und die landwirtschaftliche Dorf-, Molkerei- und Winzergenossenschaft vereinigen sich zu einer einheitlichen Massenorganisation der werktätigen Bauern.

 

26. bis 28. November

Die I. Funktionärskonferenz der FDJ findet in Berlin statt. Die Konferenz verabschiedet eine Entschließung unter dem Titel “Entfaltet den Feldzug der Jugend für Wissenschaft und Kultur”. In ihr wird u. a. kritisch zur Vorbereitung der Hochschulreform Stellung genommen, aber auch die Aufgabe gestellt, die Pionierleiter in noch stärkerem Maße zu qualifizieren, um die Tätigkeit des Pionierverbandes auf ein höheres Niveau zu heben. Besondere Aufmerksamkeit soll der Bildung von Arbeitsgemeinschaften geschenkt werden. Die Konferenz orientiert darauf den Marxismus-Leninismus zu studieren und unter der Jugend zu verbreiten.

 

8. Dezember

Ein selbständiges Staatssekretariat für Berufsausbildung wird gegründet und nimmt seine Arbeit auf.

 

14. Dezember

Für das Hochschulfernstudium der Werktätigen aus dem Bereich Schwerindustrie werden als Hauptstudienorte Dresden und Freiberg ausgewählt. Gleichzeitig werden die Fachrichtungen und Konsultationspunkte festgelegt (GBl. Nr. 145 S. 1221). Die Dauer des Fernstudiums soll etwa die doppelte Zeit des üblichen Hochschulstudiums betragen. Hochschulgebühren werden in Höhe von 180 DM pro Studienjahr erhoben.

 

15. Dezember

Auf ihrer 4. Tagung beschließt die Volkskammer u. a. das Gesetz über die Schulpflicht in der DDR (GBl. Nr. 142 S. 1203), dass die allgemeine Schulpflicht durch den Besuch an den staatlichen Schulen der DDR (achtklassigen Grundschule und der berufsbildenden Schule) zu erfüllen ist. Darüber hinaus beschließt die Volkskammer das Gesetz zum Schutze des Friedens (GBI. Nr. 141, S. 1199). Es regelt insbesondere auch die Strafen für Handlungen, die der Verfassung und dem Gedanken des Friedens widersprechen.

 

19. Dezember

Der Bundesvorstand des FDGB beschließt die Auflösung von FDGB-Studentengruppen an den Fachschulen und machte damit den Weg zur Überleitung der operativen gesell-schaftlichen Arbeit unter den Studierenden an die Schulgruppen der FDJ frei.

 

29. Dezember

Mit den Durchführungsbestimmungen zum Schulpflichtgesetz (GBl. Nr. 1/1951 S. 6) regelt das Ministerium für Volksbildung den Umfang der Schulpflicht sowie die entsprechenden Sanktionen bei entsprechenden Pflichtverletzungen.

 

Dezember

Das Ministerium für Volksbildung der DDR erlässt eine Anweisung zur Reorganisation der Ausbildung von Lehrern für die Klassen 1-4 der Grundschulen.